Stadt Günzburg - barrierefreie Version

Stadt Günzburg
 

Das "Untere Tor" - Wahrzeichen der Stadt

Der markante Torturm am Westende des Marktplatzes ist das Wahrzeichen Günzburgs. Seine untere Hälfte dürfte die älteste noch sichtbare Bausubstanz der Oberstadt sein; eine Balkenlage datiert ins Jahr 1436. Ursprünglich hatten alle Stockwerke quadratischen Grundriß, und der Turm trug ein spitzes Dach. Beim Bau des Schlosses (ab 1570) entschied sich Alberto Lucchese jedoch für eine Neugestaltung des Turmes, die ihm besser zur neuen Westansicht der Stadt zu passen schien. Der Turm war Wohnung und Arbeitsplatz eines wichtigen Bediensteten der Stadt, des Türmers. Seine Aufgabe war es, auf ausbrechende Brände zu achten und gegebenenfalls die Einwohner zu alarmieren.

Am 30. Mai 1984 wurde von zunächst 34 Mitgliedern ein neuer Verein ins Leben gerufen: die Altstadtfreunde Günzburg e.V. Ihr vordringliches Ziel war es, das „Untere Tor“, das seit Jahren nur noch mit einer gehörigen Portion Mut bestiegen werden konnte, mit neuem Leben zu erfüllen. Anfangs belächelt, gelang es der rührigen Vorstandsriege mit einer beispielhaften Spendenkampagne, das nötige Kapital für die Sanierung zu sammeln.

Seit 1992 ist der Turm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die einzelnen Stockwerke sind liebevoll und individuell gestaltet, und von der obersten Etage kann man den Blick über Günzburg und in die Ferne schweifen lassen.

An der dem Marktplatz zugewandten Seite ist über dem Zifferblatt eine Mondphase zu sehen. Sie war Bestandteil einer astronomischen Uhr, die seit 1615 am Westgiebel des alten Rathauses (abgebrochen 1809; ehemals in der Mitte des Marktplatzes) eingebaut war und auch die Tierkreiszeichen anzeigte. Als das Turmdach 1817 erneuert wurde und man dazu ein Gerüst aufstellen mußte, fand das alte Uhrwerk einen neuen Platz. Die betagte Mechanik hatte im Jahr 1900 wegen zu großer Ungenauigkeit ausgedient, und seither gab es nur noch eine Zeitanzeige. 111 Jahre danach erinnerten sich die Altstadtfreunde der funktionslos gewordenen Mondkugel, und die Turmuhrenfirma Pechmann aus Roggenburg sorgte für den neuen (jetzt elektrischen) Antrieb des Erdtrabanten.

Geplant ist weiterhin, im 4. Obergeschoß mehrere Turm-, Stand- und Wanduhren sowie eine Kollektion von Elementar-, Taschen- und Armbanduhren auszustellen und so dem Thema „Zeit“ einen Raum zu geben. Die ersten Exponate sind schon da, schauen Sie doch mal vorbei!

Dort wo die Türmerstube war, kann man heute Weißwürste essen oder Kaffee trinken. Öffnungszeiten und gastronomisches Angebot entnehmen Sie bitte der Homepage der Altstadtfreunde. Dort erfahren Sie auch die Bedingungen, zu denen man den Turm für private Festlichkeiten mieten kann.


www.altstadtfreunde-guenzburg.de